Transalp - 2. Von Mayrhofen nach St.Jakob
Nach nächtlichem Regen bot der Blick aus dem Hotelfenster nasse Strassen und tief hängende Wolken. Ok, jede Glücksträhne reisst einmal. Nach 3 Alpenüberquerungen bei ausnahmlos traumhaften Wetter muss es ja mal anders kommen. Heute steht der Anstieg zum Pfitscher Joch auf dem Programm, 30km und 1700hm bergauf und das ohne Einrollen. Der leichte Nieselregen hörte schnell auf und die Wolkendecke war eigentlich genau richtig für einen so langen Anstieg. Das Ganze kam mir vor, wie eine Pilgerfahrt, bestimmt 100 Mountainbiker waren auf dem Weg zum Joch. Ich ließ es gaaanz gemütlich angehen, hatte ich doch genug Erfahrung mit so langen Anstiegen. Die ersten Gehetzten schossen an mir vorbei und ich dachte mir, “die werden bitter dafür bezahlen”. Mein gemütliches aber gleichmäßiges Tempo brachte mich schnell weit vor meine Truppe und so sammelte ich nach und nach die Eiligen auf. Das die zwischendurch Parkscheine ziehen müssen war mir eh klar.
Am Schlegeispeicher war Mittagspause auf der Domenicus Hütte angesagt. Nur 30min. nach mir war meine Gruppe wieder zusammen. Prima, eine sehr homogene Truppe bedeutet Spaßgarantie!
Nach einem extrem fluffigen Kaiserschmarn kam der 2. Teil des Anstiegs. Trailstücke und Schiebepassagen wechselten sich ab, bis es dann wieder steil wurde. Bis zu ersten Kehre war das Geläuf einfach zu tief um zu fahren, danach ging es etwas besser undich fuhr bis zum Pfitscher Joch durch. Italien! Cappo und riesige Stücke Marmorkuchen füllten die Speicher schnell wieder auf und die Sonne kam auch raus. Perfetto! In rasender Abfahrt ging es zum Etappenziel nach St. Jakob. Nach der üblichen Bikepflege mit Weissbier und anschließender Körperpflege ohne Weissbier war Abendessen angesagt. In der Gruppe herrschte eine ausgelassene Stimmung, was u.a. auch an Helmut aus München und Sabine aus Stuttgart lag. Beide lieferten sich schwäbisch-bayrische Wortgefechte, die regelmäßig mit Handschlag und dem Spruch: “Simmer widder guat” endeten.