Heute stand ein Biathlon Staffelwettbewerb aller Teilnehmer auf dem Programm. Wir starteten wieder unser Warmlaufen auf den 2,5km vom Hotel zur Schießhalle. Über Nacht waren 10cm Neuschnee gefallen und die Loipen waren an diesem Morgen noch nicht präpariert, schweres Geläuf also. Der viele Schnee zwang zu einer kleinen Programmänderung, wir liefen nur 700m pro Runde und die Strafrunde wurde in eine Zeitstrafe von 10s pro Fehlschuß umgewandelt.
Unser Kursleiter Erich hatte bereits die Staffeln und deren Startreihenfolge zusammengestellt. Die reine Papierform ließ zunächst darauf deuten, dass wir kaum eine Chance haben. Erich hatte die Aufstellung so gewählt, das unsere starken Läufer an Pos. 1 un 2 starten, die starken Läufer der anderen Staffel an Pos. 3 und 4 liefen. So wurde der Rennverlauf entsprechend spannend. Heiko legte bei uns stark vor und übergab an mich schon mit Vorsprung. Ich lief schnell und traf 9 von 10 Schüssen, ließ aber viel Zeit im Schießstand bein Rein- und Rauslaufen. Dennoch hatten wir einen guten Vorsprung. Nun waren die die starken Läufern der anderen Gruppe gegen die schwächeren Läufer meiner Staffel dran. Sie holten auf. Starke Schießeinlagen hielten unseren Vorsprung knapp. Letze Runde, Roland gegen Holger, den stärksten Läufer der anderen Gruppe. Die Sache schien klar zu sein. Roland kämpfte, traf gut, kam aber zum 2. Schießen mit Rückstand. Er dachte alles oder und sorgte für Aufsehen mit einer ernorm schnellen Schießeinlage. Er traf 4 von 5 Schuß, die Atmosphäre war großartig! Es reichte leider nicht, 10s Rückstand und 2. Platz. Man beglückwünschte sich und alle verließen in super Stimmung die Schießhalle. Nach einer kleinen Pause hatten wir noch die Möglichkeit zum freien Lauftraining im Biathlonstadion. Bei nahezu klinischen Bedingungen konnte man sich voll auf das Verfeinern der Skatingtechnik konzentrieren. Ein paar Junioren des Deutschlandkaders waren auch unterwegs. Aha, so sieht das also aus, wann man es kann!
Am Nachmittag gab es dann eine Abschlußbesprechung mit durchweg positivem Feedback, was Erich dazu veranlaßte kurz über die Pläne des nächsten Jahres zu sprechen.
Dazu aber mehr, demnächst in meinem Fazit.
Gleich um 9:00 Uhr stand Techniktraining Skating an. Das Wetter war gut, nachts hatte es geschneit und die Temperatur lag deutlich unter 0°C. Auf dem Sportplatz vor dem Hotel, die Pisteraupe kam kurz vorbei und präparierte kurzerhand den ganzen Platz für uns. Für mich war das nichts Neues, aber die eigene Technik hin und wieder mal von fachkungigen Augen überprüfen zu lassen ist immer lohnend. Gegen mittag machte sich gespannte Nervosität breit, Schießen war angesagt.
Um 13:00 Uhr schnallten wir uns wieder die Ski unter und liefen die etwa 2,5km vom Hotel bis zur Schießhalle am Grenzadler. Dort hieß es dann gleich, wir ermitteln natürlich den Schützenkönig.
Na das kann ja was werden. Hatte ich doch noch nie eine Waffe in der Hand. Geschossen wird im liegend Anschlag mit Auflage. Nach einer sehr kurzen Runde einschießen ging es dann auch gleich zur Wertung. 5 Schuß auf die großen Scheiben (11cm) und 5 Schuß auf die Kleinen (4,5cm)! Der erste Teilnehmer traf sofort 8 von 10, der Zweite gar 9 von 10!!! Oh je, lauter Scharfschützen oder was?
Die weiteren Teilnehmer schossen dann nicht mehr so gut. Wenn ich 3 vieleicht 4 treffe, das wäre schon echt gut. Dann war ich dran. Der erste Schuß…. Treffer! Das ist ja einfach, dachte ich mir und schoß munter weiter. Große Scheibe, alle 5 getroffen. Kleine Scheibe, noch 3 Treffer, wie Geil ist das denn?
Während die anderen Teilnehmer in der Halle schossen, bin ich kurz raus um 2 schnelle Runden zu laufen, denn mir war irgendwie kalt. Zurück in der Halle wartete man schon auf mich. Wulf, der 9er war Schützenkönig, Du mußt mit Holger den 2. Platz ausschießen! Na prima, ich kam vom Laufen, mein Plus war irgendwo bei 170 und jetzt schießen, direkt gegeneinander. Ich hatte weitere 3 Treffer. Es reichte nicht, Holger traf 4 mal. So wurde ich Dritter! Kaum zu glauben. Positiv dabei war, das ich weitere 5 Schuß abgegeben durfte und jetzt weiß wie man mit hohem Puls schießt. Ein Vorteil für die Staffel morgen.
Nach einer Kaffepause kam die 2. Technikrunde im Biathlonstadion, laufen, laufen, laufen, hoch und runter. Holger, Heiko und Wulf wollten dann unbedingt noch die Wettkampfstrecke (3,3km) inkl. des legendären Birxsteigs laufen. Ich kannte sie ja schon. Oberhof ist die schwerste Strecke im Weltcup, das bekamen wir deutlich zu spüren. Dennoch bin ich den Birxsteig komplett hoch gelaufen, Puls gefühlte 200+! Man das war wirklich hart. Und dann noch die 2,5km highspeed zurück zum Hotel.
Auf der Fahrt nach Oberhof hatte es die ganze Zeit geregnet und das Thermometer weigerte sich beharrlich unter 0°C zu fallen. Nach der Ankunft bin ich gleich hoch zum Grenzadler gefahren um die Bedingungen auf der Loipe anzutesten. Es war elend, nicht das an Schnee mangelte, am manchen Stellen liegen bis zu 2,00m gefallener Schnee. Aber die Piste war weich, nass und stumpf. Die Stöcke tauchten gleich 20cm in den Schnee ein. So habe ich nur 10km abgerissen, die aber waren gefühlt wie 20km. Also ab ins Sporthotel Hotel Oberhof, duschen und chillen.
Um 18:00 Uhr war eine kurze Vorstellungsrunde, Erich unser Kursleiter schon etwas älter, Biathlon-Urgestein und Teilnehmer an nationalen und internationalen Wettbewerben in den 60er Jahren, als Biathlon noch kaum bekannt war. Kurz und knapp… das wird ein lustiges Wochenende. Nach dem Abendessen lauschten wir noch einem Vortrag von Kurt Hinze, Biathlon Olympiateilnehmer 1960 in Squaw Valley und Trainerlegende. Damals schoß man noch mit Großkaliberwaffen und auf bis zu 300m Distanz. Er berichtete von der spannenden Biathlongeschichte und erzählte uns die die ein oder andere Anekdote über die Stars von Heute.
Wir ließen den Abend im Sport-Cafe bei ein paar Weizenbier(alkfrei versteht sich!) und der Vorfreude auf den nächsten Tag ausklingen.
Langlauf in der Skating Technik ist mein Wintersport. Besonders faszinierend finde ich Biathlon, stellt es doch die Kombination zweier eigentlich unvereinbarer Sportarten dar. Langlaufen, Ausdauersport, hohe Belastung und Puls und Schießen ein ruhiger, konzentrationsgeprägter Sport. Oberhof ist nur 110km von meinem Wohnort entfernt und ich bin dort schon öfter gelaufen. Auch die Wettkampf- strecke habe ich mir reingezogen. Mal erhlich, die hat eher was mit Bergsteigen als mit Langlauf zu tun, sehr hart! Auch konnte ich einmal Andrea Henkel aus repektvoller Entfernung beim Schießtraining beobachten.
Nun werde ich es selbst ausprobieren am kommenden Wochenende in Oberhof ! Ein Erfahrungsbericht folgt.
Wußte gar nicht, das es diese Möglichkeit in der Rhön überhaupt gibt. Super Video von Thomas Noll, Freund und Vereinskamerad im DAV Fulda. Alle notwendigen Materialien wie Steigeisen, Eisgeräte usw. stehen den DAV Mitgliedern zum Ausleihen zur Verfügung. www.dav-fulda.de
Wie ich schon hin wieder kund getan habe, leide ich unheilbar an Alpensucht. Einzige Linderung ist mit dem Mountainbike……. Nachdem wir 2008 nur zu zweit, meine Frau Tania und ich über die Alpen gefahren sind, haben wir 2009 eine “Babypause” eingelegt. Diesmal soll es durch die Dolomiten gehen, die erste Etappe der Tour war auch die 2. unserer Alpenüberquerung.
Wieder mit Alps.
Hier ein paar Infos zu Tour: Transalp Dolomiti.
Bild: Schlegeispeicher 2008
Alle Läufe haben Volkslaufcharakter, werden aber auch von Profis gelaufen. Ich habe nur die Läufe aufgelistet, die aus meiner Sicht relativ leicht erreichbar sind. Ihr könnt natürlich auch in Australien oder Kanada laufen, siehe Worldloppet
Es gibt auch noch die Europäische Serie Euroloppet